Prof. Dr. Jakob Pilzbarth soll zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Kuranstalt in Baden geleitet und daselbst eine höchst sonderbare Tätigkeit entwickelt haben. Seine epochale Idee war, dass die Medizin ihr Gebastel endlich einstellen soll, da sie im besten Fall befähigt ist, Defekte der Menschen zu reparieren. Die veraltete Konstruktion des Menschen genügt den modernen Anforderungen längst nicht mehr. Was zum wahren Glück ansteht, ist die Überwindung des Menschseins und der Schritt ins nächste Stadium der Evolution. Um das zu erreichen - so die Idee Pilzbarths - muss der Mensch durch alle Stadien der Stammesgeschichte regredieren, über die Affen, Vögel, Fische bis zu den Schnecken, um dann im Anlauf wieder vorwärts, den Sprung über den homo sapiens hinaus zu schaffen.
Wie das Prof. Pilzbarth bewerkstelligt hat ist in dieser Ausstellung zu sehen. Aber es werden auch die tragischen Verwicklungen gezeigt, welche die Erfüllung dieses genialen Forschungsprojektes zu nichte machten. Die grosse Chance, sich vom menschlichen Körper zu befreien und ganz sich selbst zu werden, war vertan. Jetzt, 100 Jahre später, ist die Menschheit daran, sich mittles Gentechnik mühsam zu jenen Zielen voran zu arbeiten, die Pilzbarth bereits erreicht hatte.
Das sonderbare Wirken von Prof. Pilzbarth in seiner Kuranstalt in Baden wird in der Ausstellung in lebensnahen Szenen dargestellt, in welche die Besucher miteinbezogen sind. Dokumente illustrieren seinen dramatischen Werdegang, seinen Erfolg, seine Ehrungen, aber auch sein bitteres Ende. Die Besucherinnen und Besucher können selbst testen, zu welchen Tiergattungen bei ihnen eine Wesensverwandtschaft vorliegt und wo noch Wachstumsbereiche aktiviert werden müssten, um den Schritt ins posthominide Entwicklungsstadium zu schaffen.
Die Ausstellung wurde von der Objektkünstlerin Margaretha Dubach, Zürich gestaltet. Der Text wurde von Prof. Dr.med. Dr.h.c.Jürg Willi, Psychiater und Buchautor verfasst.
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